Geschichte Roßwags und der Roßwager Kirche (kurz gefasst)


Zu Roßwag


Urkundlich erwähnt ist Roßwag erstmals 1148 + 1152.
1482 im Zinsbuch des Klosters Gottesaue taucht zum ersten Mal der bürgerliche Name Roßwag auf. Die Einwohnerzahl Roßwags war etwa so hoch wie heute (1950?).

Zur Roßwager Kirche


Das Christentum kam in unser Heimatgebiet mit den eindringenden Franken nach der Schlacht bei Zülpich 496. Die ersten Kirchen entstanden vermutlich auf den fränkischen Königshöfen und waren dem heiligen Martin geweiht. Roßwags Kirche (ebenso wie die in Enzweihingen) ist eine Martinskirche, d.h. sie wurde dem Heiligen Martin von Tours geweiht. In den evangelisch gewordenen Kirchen ging der Name des Heiligen weitgehend verloren. Der Enzweihinger Martinskirche waren einmal Riet, Aurich, Roßwag, Nußdorf, Eberdingen, Hochdorf und Leinfelden zugeteilt. Roßwag ist seit 1152 kirchlich selbständig.

1283 kauft Rudolf von Roßwag das restliche Patronatsrecht an der Kirche in Roßwag.

Im 9. Jahrhundert stand auf dem Platz, wo heute der Turm der Kirche steht, wahrscheinlich eine Martinskapelle, genannt nach dem Heiligen Martin von Tours. Die Kirche wurde immer wieder umgebaut (wie viele andere Kirchen auch).

1497
Bau eines neuen Chores (spätgotisch). Das Erdgeschoß des Turmes ist kreuzrippengewölbt. Es sind ältere Mauerteile verwendet. Die Kirche hat eine großenteils noch ungestörte Westturmanlage von 1497. So bezeichnet am Chor außen (Schrift erneuert). Den Chor deckt ein schönes Netzrippengwölbe. Die älteste Glocke ist 1442 gegossen worden, also bestand damals der Turm und das Schiff. In der kreuzrippengewölbten Nordsakristei findet sich eine merkwürdige Bildung, die nur aus Absichten der Bau-Magie zu verstehen ist: die Kreuzstelle der Rippen wird von einem Astgeflecht mit Band umflochten und so „fest gemacht“. Hier erhielt sich auch ein schöner Maßwerktaufstein.

Bei Roßwag jenseits der Enz auf dem Berg erhob sich 300 Jahre lang bis 1556 noch die Wallfahrtskapelle St. Nikolaus.

Roßwag war nach dem 30-jährigen Krieg ca. 100 Jahre Dekanatssitz.

1766 1. Orgel
1774 noch ein Fenster im Chor
1824 im Oktober große Überschwemmung
1856 leere Schlusssteine zu Dolmetsch Zeiten neu bemalt
1859 entstand das neue Wappen der Rose (es bestand ein altes Wappen auch mit einer Rose
1900 Umbau der Kirche in Inneren (Dolmetsch Ausstattung), Dolmetsch Türen und – Windfang, Holztonnengewölbe. Schlussstein des Kreuzgewölbes; Wappen Bistum Speyer (silbernes Kreuz auf blauem Grund), Spätgotischer Taufstein
1970 Innenrenovierung
1976 neue Orgel
ca. 1984 Außenrenovierung
1998 Innenrenovierung (Taufstein auf die Seite versetzt)
2005 Außenanlage erneuert. Kriegerdenkmal versetzt.