Aurich

© Erwin Müller, Vaihingen-Aurich

Über Aurich


Der Stadtteil Aurich der großen Kreisstadt Vaihingen/Enz liegt auf dem 48. nördlichen Breitengrad und auf dem 8. Längengrad östlich von Greenwich im tief eingeschnittenen Kreuzbachtal. Die Talsohle liegt 235 m über dem Meeresspiegel, die höchste Erhebung der Markung Aurich auf dem Flurstück „Sang“ in Richtung Nußdorf bei 323 m. Die Markungsfläche beträgt 489 Hektar, im Vergleich zu umliegenden Orten, eine „kleine“ Markung.
Der Ort Aurich kann als bauern- und Weindorf bezeichnet werden. Große Bauernhöfe gab es nie, jedoch war der Weinbau im Mittelalter sehr bedeutend. Davon zeugt auch noch das Ortswappen, es zeigt eine sogenannte „Wengerthape“  in Silber auf blauem Grund.

Die erste urkundliche Nennung legt um das Jahr 1090. Ein „Siegward de Urah“ schenkte dem Kloster Hirsau ein Grundstück. Der Ortsname wurde immer wieder abgeändert von Urah, Houra , Urahe, Urach,  Aurach bis zum heutigen Aurich. Aus sicheren Quellen lässt sich schließen, dass Aurich eine Gründung der Grafen Egino von Vaihingen ist. Die Herren Heinrich, Siegward und Swigger de Houra waren Dienstmannen der Grafen von Vaihingen. Eine Urkunde für das Kloster Maulbronn aus dem Gründungsjahr 1147 zeugt von diesem Auricher Adel. Der Ursprung dieser Familie liegt in Urach bei Münsingen, vielleicht ist dadurch der Name „Urah“ für Aurich entstanden.

Als ältestes Bauwerk in Aurich muss man den unteren Teil des Kirchturms, annehmen, der etwa um 900  entstanden ist. Dicke Mauern  mit Schießscharten, ein Zinnenkranz mit Wehrgang sind heute noch zu sehen. Aus diesem Wehrturm ist ums Jahr 1100 eine kleine Kirche entstanden. Diese Kirche wurde immer wieder erweitert, sie erhielt im Jahre 1600 den heutigen spitzen Turm. Der Kirchhof war mit einer Mauer umgeben, er war zugleich Begräbnisstätte für die Auricher. Erst im Jahre 1608 wurde östlich der Kirche der heutige Friedhof angelegt.

Das im Jahre 1713 erbaute schöne Pfarrhaus entstand aus einem herzoglichen Meierhof, der bereits 1523 nachgewiesen wurde.  Im Jahr 1389 hat der Graf  Eberhard II. von Württemberg  den Ort Aurich gekauft.
Das Patronat über die Johanneskirche hatte erst der Bischof von Speyer und ab 1356 bis 1535 das Kloster Herrenalb. Die Reformation wurde hier von Erhard Schnepf 1534  begonnen . Herzog Ulrich und später Herzog Christoph haben als Landesherren die Reformation weitergeführt, mit Hilfe des Reformators Johannes Brenz, einem ehemaligen Lateinschüler aus Vaihingen/Enz.

In dieser Zeit sind alle Feldkreuze, viele Kapellen und Bildstätten abgebaut worden. Die evangelische Landeskirche hat im Jahre 1559 eine Kirchenordnung erhalten, die der Landesbischof, der damalige Herzog von Württemberg, eingeführt hat.

Auch in Aurich wurde die Kirche durch die Reformation verändert,  der Marienaltar, der Frühmesser und die Heiligenbilder verschwanden.Das recht große Holz-Kruzifix, wahrscheinlich ein früheres Feldkreuz, wurde in der Kirche auf dem Altar aufgestellt. Damit ist es uns heute als ein sehr schönes, großes Altarkreuz in der Kirche erhalten geblieben.
 
Der Ort Aurich hat sich im Lauf der Zeit sehr verändert. Die enge Siedlung rund um die Kirche hat sich im Tal und bis auf die Höhen ausgedehnt.Im Jahr 1856 hatte Aurich schon 699 Einwohner. Vor dem 2. Weltkrieg waren es noch 508 Einwohner.  Im Jahr 1968 wurde dann die „Tausender“ –Schallmauer durchbrochen, heute beträgt der aktuelle Stand  ca. 1650 Einwohner.
   
Erwin Müller, Aurich,  im Januar 2017